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Ich habe mich entschieden.

Updated: Jul 10, 2022

Wir alle hier haben uns an einen Standard gewöhnt. An unser Umfeld, an unsere Lebensweise, an unsere Gewohnheiten logischerweise und daran, dass es immer weiter geht. Doch wir mussten in den vergangenen Tagen auch lernen, dass alles, was wir für selbstverständlich hielten, auch über Nacht zerplatzen kann wie die sprichwörtliche Seifenblase. Manche von uns kennen solche Ereignisse, wie sie nun aktuell sind, nur noch aus Geschichtsbüchern und jetzt bekommen sie eine erschreckend greifbare Nähe.

Wovor sich die „alten Leute“ in den vergangenen Wochen zunehmend fürchteten und wo sich junge Leute fast nur um Gaspreise sorgten, prallen nun die Erfahrungen und die Unerfahrenheit von Generationen aufeinander. Und trotz allem, was gerade passiert, habe ich zumindest meine kleine Heimatstadt nie verbundener erlebt. Menschen, die sonst nie miteinander gesprochen hätten oder sich auch sonst nie überhaupt erst kennengelernt hätten, laden nun gemeinsam Hilfspakete in Transporter. Mit gebündeltem Wissen und Kontakten wird ein Netzwerk, das zuvor nicht sichtbar war, lebendig. Das ist die gute Nachricht. Wir können’s ja doch…


Und was machen wir nun mit unserem restlichen Leben? Ich muss euch ehrlich sagen, dass ich mich innerlich auf den Ernstfall vorbereitet und meine Sichtweisen auf viele Dinge grundlegend geändert habe.


Viele von uns leben sehr für sich selbst und das ist auch gut so. Ein gesunder Egoismus ist manchmal das einzige, was uns retten kann, denn schließlich neigen Menschen nicht selten dazu einander auszunutzen. Aber nun stehen die Dinge für jeden von uns ein bisschen anders und dessen müssen wir uns bewusst werden.

Einige Dinge laufen freilich weiter wie bisher. Wir gehen auf Arbeit, treffen Freunde und die Familie, tauschen uns mit ihnen aus, aber die Themen haben sich geändert. Wir gehen vielleicht immer noch zum Sport, gehen einkaufen und verabreden uns für’s Wochenende mit guten Freunden auf ein Bier im Lieblingspub… Jedoch sortiere ich jetzt besser.


Ich persönlich habe mich für eine Neuordnung entschieden.

Ich möchte häufiger die Menschen sehen, die ich aus tiefstem Herzen mag.

Ich möchte noch mehr von der Welt sehen.

Ich möchte mehr Menschen helfen, die ernsthaft in Not sind.

Ich möchte gesünder leben, damit ich fit genug bin, für all die Dinge, die ich noch erleben möchte.

Ich möchte meine Sorgen loslassen, denn sie sollen mich auf meinem weiteren Lebensweg nicht begleiten.

Ich will meine Zeit nicht ungenutzt lassen.

Ich will keine Zeit mehr verschwenden mit Nichtstun.

Ich will den Fernseher häufiger aus lassen und mich sinnvoller beschäftigen.

Ich möchte nicht mehr so tun, als wäre alles normal und unser Dasein und unsere Komfortzone unendlich! Ich möchte mehr Leben.

Ich möchte mehr hinterlassen als einen Arschabdruck auf dem Sofa.


Sehnsucht nach Frieden lebt in unseren Herzen. Wir wollen Frieden mit uns selbst schließen, Frieden in der Welt sehen, Frieden in den Nachrichten hören. Doch die Geschichtsbücher lehren uns, dass es oft nur eine Sehnsucht bleibt. Mit der Ausnahme des Friedens mit uns selbst.

Die Nachrichten jedoch, haben auch meine Orientierung im Leben gravierender beeinflusst, als alles andere, was ich je erlebte. Auch ich habe diesmal ein Päckchen gepackt. Auch ich habe - wie allerdings oft im Leben - gebetet für Menschen, denen ich nie begegnete.


Und nun habe ich beschlossen, auf nichts mehr zu warten und keine Angst mehr zu haben.


Ich will leben. Einfach nur leben.

Und es in vollen Zügen genießen.



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Hi, ich bin Dominique.

Lehnt euch einfach zurück, lest ein paar Zeilen, tankt wieder auf und genießt das Leben. Viel Spaß beim Stöbern!

PS: Ihr könnt auch gern Kommentare hier lassen!

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